Schupfnudeln

Schupfnudeln

Schwäbische Rezepte

- REZEPT FÜR SCHUPFNUDELN -

Schupfnudeln mit Sauerkraut ist ein traditionelles schwäbisches Wintergericht (wegen des Vitamin C im Sauerkraut). Sie eignen sich ebenfalls optimal als leckere und zugleich kostengünstige (ja, ja, die Schwaben) Stärkebeilage zu deftigen Fleischgerichten. Ihre Zubereitung ist etwas mühsam und zeitaufwendig, dafür kann man aber gleich größere Mengen produzieren und die gekochten Schupfnudeln sehr gut einfrieren.

ZUTATEN (4-5 Personen) WERKZEUGE
TEIG:  
1 Kg Mehl
1 Kg Kartoffeln (festkochend)
4 Eier
1/2 TL Muskat
3-4 TL Salz
1 Prise Pfeffer
SONSTIGES:  
> 300g Mehl für Arbeitsfläche und Hände
  Schmalz um Anbraten

Teig-Schüssel, kleine Schüssel für Mehl, große bemehlte Arbeitsfläche, großer Kochtopf, Nudelsieb, große Pfanne zum Anbraten

Zubereitungszeit: ca. 1 h + Zeit für Kartoffelzubereitung
Garzeit: wenige Minuten

 

ZUBEREITUNG

Teig:
Am besten schon am Vortag die Kartoffen schälen und kochen (wer hat im vitaminschonenden Dampfkochtopf). Die Kartoffeln sehr fein zerkleinern (geht übrigens optimal mit einem "Spätzleschwoab"). Kartoffeln abkühlen lassen.Gesiebtes Mehl, Kartoffeln, Eier, Muskat, Salz und Pefffer in einer Schüssel zu einem festen Teig kneten. Vorsicht, die Teigmasse klebt ungemein - immer wieder Hände und Schüsselboden mit Mehl bestreuen. Ordentlich durchkneten und Geschmack überprüfen (darf nicht Fade sein) - ggf. noch etwas Salz zugeben. Den fertigen Teig mindestens 20 Minuten ruhen lassen.Anfertigung der Schupfnudeln:
Die Arbeitsfläche mit ordentlich Mehl bestreuen und eine kleine Schüssel mit Mehl füllen. Vom Teig mit dem Messer etwa eine große Handvoll abtrennen und mit den vorher bemehlten Händen(!) zu einer Wurst von ca. 2-3 cm Durchmesser rollen. Die Teigrolle mit dem Messer in ca. 1 cm breite Stückchen schneiden.Mit den gut bemehlten Händen nun ein Stückchen des Teiges zwischen den Handflächen (ca. 75° Winkel der Handflächen zueinander) mehrmals kräftig rollen und in die mit Mehl gefüllte Schüssel hineinfallen lassen ("schupfen"). Die Schupfnudel sollten so ihre typische Form mit dickem Bauch und spitzen Enden bekommen (erfordert etwas Übung, Die Form hat aber zum Glück keine wesentliche Auswirkung auf den Geschmack ;-) ). Die Schupfnudeln aus der Schüssel auf die bemehlte(!) Ablage/Arbeitsfläche legen und die nächsten Nudeln fertigen. Zwischendurch Hände immer wieder bemehlen, der Teig klebt wirklich ungemein.

Zubereitung:
Jeweils ca. 20 der angefertigen Schupfnudeln in einem großen Kochtopf mit kochendem Salzwasser und einem Schuß Öl geben, kurz vorsichtig umrühren, damit die Schupfnudeln nicht am Boden ankleben. Nachdem die Nudeln ca. 30 Sekunden oben schwimmen können sie mit einem geeigneten Werkzeug entnommen werden und sollten dann mit kaltem Wasser angeschreckt werden, da sie sonst unschön zusammenkleben. Etwas Butter über die Nudeln kann auch nicht schaden, dann kleben die Nudeln auch beim Einfrieren nicht so zusammen.Wer die Schupfnudeln als Beilage verwenden will sollte sie in ordentlich Butter&Schmalz mit etwas Pfeffer und Salz goldbraun angebraten und sofort servieren.

Alternativ kann man sie auch zusammen mit Sauerkraut, Kümmel, Salz, Pfeffer und Speck braten, was dann als eigenständiges Gericht auch über die Grenzen des Schwabenländles hinaus bekannt ist.Guten Appetit oder wie wir Schwaben sagen: "an Guahda!"

Wissenswertes & Tips:

  • Am besten schmecken die Schupfnudeln mit "neuen" Kartoffeln. Bei der Zubereitung der Kartoffeln im Dampfkochtopf sollten die Kartoffen ungefähr diesselbe Größe haben.
  • Je nach Kartoffelart sollte auf jeden Fall genügend Mehl bereit gehalten werden, da der Teig ständig nachzieht.
  • Geräte, Hände und Arbeitsfläche mit kaltem(!) Wasser reinigen.
  • Zum Anbraten eignet sich ein 50/50 Gemisch aus Schweine- und Butterschmalz am besten - vorher kurz sehr heiss erhitzen und dann Kochstelle auf etwa 2/3 der Temeratur abkühlen lassen. Etwas Butter, Pfeffer und Salz hinzugeben um den Geschmack zu verfeinern.
  • Schupfnudeln eignen sich sowohl gekocht, als auch gebraten ausgezeichnet als "Fingerfood" für Kleinkinder.
  • Der Name Schupfnudeln kommt von dem schäbischen Wort "schupfen", was sinngemäß etwa "wegstoßen" bedeutet. Schupfnudeln sind auf Grund ihrer Form auch als "Buabaspitzla" bekannt.
  • Vorsicht, Schupfnudeln machen "süchtig" - man kann oft nicht mehr aufhören zu Essen, und selbst wenn das Fleisch schon längst alle ist, knabbern Gäste gern noch die restlichen Nudeln aus der Pfanne.

Rezept / Beschreibung "Schupfnudeln"

Herzlichen Dank für diese ausführlichen Erklärungen. Wirklich 1a.
Von den Zutaten über die Produktion - bis hin zu Wissenswertes&Tips.

Begeisterte Grüße

pro-vit

vielen Dank für das

vielen Dank für das ausführliche Rezept..

Die Rezepte auf eurer Seite sind echt klasse

Ich sitz grad hier in Madrid, wo ich auch lebe, und da ich ab und an "genoetigt" werde, was aus dem "Laendle" zu kochen, hab ich grad auf der Suche nach Schupfnudeln eure Seite entdeckt und mich ziemlich tot gelacht. Supergute idee, nicht nur die Rezepte gut und ausfuehrlich zu beschreiben, sondern das ganze auch noch mit Humor zu machen. Viel besser, als das,w as man sonst so im Web findet! Werd mir die Seite auf alle Faelle merken!!!