Online Zugriff auf alle PC durch BKA und Verfassungsschutz
Orwell war ein Optimist: jetzt wünscht sich der Innenminister verdeckten Zugriff auf alle PC für das BKA und den Verfassungsschutz via Internet. Natürlich nur zum Schutz der Bürger vor den bösen Taliban, Al Quaidas, Hackern und vor - von brutalen Ego-Shootern aufgepeitschten - jugendlichen Amokläufern.
Gespindoctodoriertes Neusprech ist auch schon wieder im Einsatz:
"Mit dieser Gesetzesänderung tritt der Verfassungsschutz auf technische Augenhöhe mit den Verfassungsfeinden" so NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP)Soso. Erstens schafft man mit einem Gesetz keine Technologien, auch nicht die FDP. Und zweitens dürfte es bei Systemen mit OpenSource-Firewall & NAT technisch wohl eher bei einem Beschnüffeln der Füße aus der Ferne, denn bei einer Begegnung in Augenhöhe bleiben. Mit verbundenen Augen und stumpfen Messern gegen Terroristen & Verfassungsfeinde? Also nur wir-und-der-liebe-Gott-wissen-sowieso-alles-Angstmache für Schmalspurattentäter und du-bist-ganz-sicher-weil-das-BKA-dich-beschützt-Trost für der-internationale-Terrorismus-will-dich-töten-gestresste Bürger. Oder einfach mal gesetzlich eine Ausweitung des Lauschangriffes implementieren, um dann mal zu schauen, was man so alles findet und was man damit so alles machen könnte. Eintrag ins Neusprechwörterbuch: nachhaltig-vorbereitende Gesetzgebung
Von technischen/rechtlichen Problemen bei der Realisierung eines/r solchen Master-Trojaners/Backdoor mal ganz abgesehen, WO BLEIBT DIE EMPÖRUNG??? Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, unsere ganze Gesellschaft dämmert gut sediert vor sich hin und wird nur ab und zu - ganz gezielt - mit wohl dosierten Skandälchen und aufmerksamkeitsökonmisch optimierten Meldungen aus dem Wachkoma gerissen, in welches sie gleich darauf wieder versinkt. Und die deutschen Blogger berauschen sich an belanglosen Themen wie low-fi hacks von Sicherheitslochbanalitäten und der Cash-Cow dem Cash-Flow bei StudiVZ.
Regt man sich darüber auf, wird man als "Weltverbesserer", "chronischer Pessimist" und "Dogmatiker" bezeichnet (alle Bezeichnungen sehe ich übrigens als Lob). Ich erinnere nur an dasselbe Schema bei den ersten Öko-Aktivisten und der Friedensbewegung: Anfangs belächelt, dann beschimpft und ignoriert. Und heute ist vieles von den einstigen Horrorszenarien zur Realität geworden. "Man solle nicht so fatalistisch sein, sondern mit dem Klimawechsel leben lernen", heisst es jetzt. Sicher, aber hätte die Gesellschaft die frühzeitig Gefahren erkannt und abgewendet, anstatt offenen Auges in die Katastrophe zu rennen, dann gäbe es heute gar keinen Grund zum Fatalismus bzw. zu Anpassungen an den Klimawandel.
Genauso wird es mit der persönlichen Freiheit enden, wenn sämtliche Privatssphäre mit der Anti-Terror-Begründungskeule zerschlagen wurde, denn die "so what? society" ist längst Realität. Setzen, und weitermachen (wie immer, hat ja bisher "echt prima" geklappt, ne?) it's a increasingly mad world.






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