Soundcheck: Pink FLoyd - Pulse DVD
Sound: 9/10
Bild: 7/10
Extras: 8/10
Aufmachung & Menues: 4/10
...and if the cloud bursts, thunder in your ear
Dies hat James Guthrie zum Glück wörtlich aufgefasst und den Bassbereich ordentlich gepushed. Aber zuerst zu anderen Aspekten der Pulse DVDs:
Aufmachung & Menues:
Die Verpackung sieht typisch Pink Floydian aus und beinhaltet neben Werbung für David Gilmours letzter Scheibe auch ein Booklet mit Photos und einer Menueübersicht. Das System in dem die beiden DVDs angeordnet sind ist allerdings reichlich bescheiden: die zweite Scheibe bekommt man nur heraus, wenn die erste nicht in der Verpackung steckt!?!
Die Einleitung mit den beiden Logos (jede der beiden DVDs hat ein eigenes) ist ganz nett, die fehlende Möglichkeit es zu überspringen nervt allerdings spätestens nach der 2. Betrachtung.
Die Menüs sind IMHO Pink Flyod unwürdig und realtiv lieblos gestaltet. Bis auf ein paar sparsame Hintergrundanimationen und einigen lieblos gestalteten Navigationselementen (deren Icons recht sinnfrei sind) ist nicht viel zu sehen, Eine visualisierung des Contents erfolgt nur bei den Screen Movies, ansonten wirkt alles recht farblos. Klanglich wurden die Menüs mit irgendwelchen Sounds unterlegt, die anscheinend nicht viel mit Pink Floyd zu tun haben. Von einer Band für die schon immer auch das Visuelle vordergründig war hätte ich mehr erwartet - Menues im Stil der Pulse Cover Art und PF-typische kreisrunde Videopreviews bei der Titelauswahl wären sicher ansprechender gewesen, als dieses minimalistische Menudesign ohne Soundkonzept.
Extras:
Neben sämtlichen Screen Movies und sogar alternativen Versionen dieser Filme umfassen die Scheiben einen kleinen Tourfilm (mit einem pseudo Hidden Track: nach dem Film kommt einige Zeit nur ein schwarzer Bildschrim und doch dann folgen weitere Episoden aus der "Quest for Beer"-Reihe), einige Video-Bootlegs, die üblichen Photogallerien, Tourneekarten, Konstruktionspläne, Cover Arts, sowie WYWH mit Billy Corgan. Ich bin sonst jemand der Extras auf DVDs meist gar nicht anschaut (weil meist belanglos), aber hier lohnen sich die Extras wirklich. Nichts wirklich zu beanstanden, höchstens die fehlende Möglichkeit die Screen-Movies als weitere/n Kamera /Sichtwinkel während des Konzertfilms zu wählen. Dieses Feature hätte dann die 10/10 gegeben.
Bild:
Die Bildqualität is alles in allem ok, wenn man bedenkt das 12 Jahre altes Videomaterial die Ausgangsbasis ist. Von der Bildschärfe und den Kontrasten natürlich nicht vergleichbar mit aktuellen Produktionen und die Qualität des Bildes schwankt teilweise merklich bei einzelnen Einstellungen, dennoch wurde das Bildmaterial zufriedenstellend restauriert. Das Format entspricht dem orginalen Aufnahmeformat 4:3.
Sound:
Wie Eingangs schon erwähnt: thunder in your ear! Die Bässe knurren gefährlich und die Drums wummern Löcher in die Magengrube wie ich es bislang noch auf keiner DVD gehört habe. Der Sound ist recht klar und kommt mit einem guten Live-Feeling daher, allerdings kommt der - wie schon bereits bei der PULSE CD bei manchen in der Kritik gestandenen -warme analoge Sound der Aufnahme durch, was sich auf die Brillianz des Klanges auswirkt. Glückliche Besitzer einer XFi Soundkarte können (mit einer kleinen Korrektur mittels des Christalyzers (Minimaleinstellung)) der Brillianz noch etwas mehr Klarheit geben. Der Sourroundklang ist gut differenziert und nutzt auch die hinteren Kanäle effektvoll und intensiv. Jediglich der Publikums-/Applaussound ist etwas matschig und könnte deutlich klarer sein. Die Unterschiede zwischen den beiden 5.1 Tonspuren ist relativ gering, die 640kbps Tonspur kommt allerdings noch etwas voller und transparenter daher.
Es ist ein Hochgenuss Herrn Gilmours Gitarrensounds durch den Raum fliegen und die Luft zerschneiden zu hören, doch bei den Drums & Bässen hat James Guthrie im Studio "das boot" seine beiden Subwoofer mal richtig "ausgefahren". Die Bässe zu Beginn des Konzertes kommen schon mächtig und wirklich angsteinflößend daher. Ich musste den Subwoofer erstmal 3db niedriger als sonst üblich einstellen. Bevor man sich allerdings in Konzertlautstärke an "one of these days" wagt, sollte man unbedingt seine Nachbarn im Umkreis von 100m informieren, das man keine gefähliche Körperverletzung im Sinn hat und die strukturelle Integrität des Gebäudes sollte nochmals von einem Statiker überprüft werden. Die elektronische Sub-Bassdrum im Intro von "one of these days" ist definitiv eine waffenscheinpflichtige Akkustikbombe und man hat dabei das Gefühl, dass der Subwoofer gleich durch den Rückstoß an die Decke geschleudert wird. Respekt vor dieser Schockwelle! Bei "run like hell" gibt's ebenfalls ordentlich thunder in your ear und auch zwischendurch denkt man "Wow, dieser Bass ist echt 'ne geniale Frechheit!". Man spürt regelrecht Herrn Guthries verschmitzte Freude an den erstaunten Gesichtern, die solche Bässe erfahren durften.
Fazit
Summa sumarum sind die Pulse DVDs dank dem gut gelungenem 5.1 Mix eine spirituelle Erfahrung, vor allem wenn man die Tour seinerzeit live erleben konnte.






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