Wie koepf.de bereits hier [1] und da [2] berichtet hat die EWE AG (und deren Hauptbesitzer, die Kommunen des Landkreises) keine Skrupel den Gaspreis vor der bevorstehenden Liberalisierung des Gasmarktes nochmals gründlich anzuheben. Nun soll der Gaspreis erneut um nochmals rund 10% angehoben werden. Tja, das hebt die Gewinne, freut die Aktionäre und schröpft die Bevölkerung. Gleichzeitig mit der Pressemeldung wurde auch gleich ein offener Brief [3] in Form einer halbseidtigen Anzeige in der lokalen Tagespresse veröffentlicht, der die geschundenen Kunden ruhig stellen soll: hier wird dann schön geredet, das der Weltmarktpreis ja soooo gestiegen wäre (waren es nicht die Energieversorger, die sich immer mit der Langfristigkeit ihrer Verträge gegen die Ölpreisbindung gewehrt haben?), und das ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten (dessen Verfasser anonym blieb(sic!)) bewiesen hätte, das die EWE bei der letzten Erhöhung nur einen Teil der Mehrkosten an die Verbraucher weitergegeben hätte. Komisch nur folgendes:
- die EWE weigert sich bislang standhaft ihre Kalkulation offen zu legen. honi soit qui mal y pense
- die EWE gewährt Großkunden weiterhin einen großzügigen Rabatt, insofern könnten die Abgabepreise für "normale" Kunden (die ja schliesslich wie Großkunden mit Euros bezahlen) weit weniger hoch liegen.
- die EWE AG hat auch 2005 (wie schon in den Vorjahren) massiv Gewinne [4] eingefahren
Unterschrieben war diese Anzeige ironischer Weise auch noch mit "Ihre EWE". Offensichtlich wollte sich nicht mal der Vorstand hinter diese Anzeige stellen und sie namentlich Unterzeichnen. Anyway wird Erdgas bei der EWE bald 42% mehr als noch Anfang 2005 kosten. Halbswegsumweltfreundliche Energieträger wie Erdgas sind somit teurer als das Heizen mit Erdöl. it's a mad world.