Projekt: inszenierte Rache an Computern

Projekte | Rache

Wie berichtet hatte sich meine Festplatte der Marke Maxtor mit einem fiesen Fiepen ins Datennirvana verabschiedet. Aber nicht von mir! Um diesen Abschied nachzuholen habe ich das Projekt "unsinnige & inszenierte Rache an Computerkomponenten" in die Welt gerufen. Ziel dieses Projektes war es den Schmerz über den Datenverlust und den Ärger über den finanziellen und zeitlichen Mehraufwand durch rohe Gewalt zu kompensieren.

Ich bin mir durchaus bewusst, das Computer und HDDs keine Gefühlen haben. Vielmehr ist es ein Selbstexperiment, ob das durchaus kontrollierte und geplante Rauslassen der Wut an Dingen erleichternd ist.

Phase 1: Setting
Als Location für die finale Exekution wurde der Holzhackblock in unserem Garten auserwählt. Als Präsentationsunterlage diente eine HDF-Platte. Folterinstrumente Werkzeuge waren die folgenden:

Phase 2: Hammer
Zuerst kam der normale Hammer zum Einsatz. Erstaunlicherweise zeigte sich anfangs die Festplatte völlig unbeeindruckt von den Hammerschlägen. Nach einigen festeren Hieben waren jedoch die ersten Dellen zu entdecken, was meine Satisfaktion erheblich steigerte.

Phase 3: Schraubenzieher
Um das Gehäuse aufzuhebeln kam dann ein gewöhnlicher Schraubenzieher zum Einsatz.

Phase 4: Spaltaxt
Nun war der Moment für grobe Demolitionswerkzeuge gekommen: nach einigen wütenden Hieben mit der Spaltaxt sah das Miststück von einer HDD nicht mehr so gut aus. Die Spaltaxt ist zum Abreagieren deutlich besser geeignet als Hammer und Schraubenzieher. Der höhere Wirkungsgrad dieses Werkzeuges resultiert aus der Möglichkeit die gesamte Wut in die Axt übertragen zu können, was eine deutlich bessere Wut-Kraft-Ratio zur Folge hat.



Phase 5: Winkelschleifer
Nachdem das Gehäuse bereits deutlich erkennbare Strukturveränderungen aufwies, kam nun der Winkelschleifer zum Einsatz. Das frohe Lichterspiel des Funkenfluges waren Genugtuung für die vielen Stunden der Neuinstallation.

Phase 6: Feuer
Bereits ein Stück weit befriedigt, folgte nun der Hauptakt. Vom WInkelschlfeifer schon ganz schön vorgeheizt wurde die Festplatte nun mit Feuerzeugbenzin übergossen und anschliesend in Brand gesteckt. Da bekommt HDD-Burn und HDD-HotSwapping doch gleich eine ganz wortwörtliche Bedeutung. Da die vielen Metallteile allerdings nicht wirklich vom Feuer angegriffen wurden, musste die Unterseite mit der Platine erneute Feuerqualen erleiden.


Phase 7: Finale mit Sprengung
Um dem Scheissding den Rest zu geben wurde noch der ein oder andere Silvesterbölller in die Fragmente gesteckt und zur Zündung gebracht. Um nicht von umherfliegenden Schrapnellen verletzt zu werden, fand dieser Teil in einem explosionsicheren Gefäß statt.

Resultat
Letztlich sah die Verräterin von einer Festplatte dann so aus:

Fazit
Die Aktion war sehr befriedigend. Zudem war die Aktion nicht nur amüsant, sondern auch sehr interessant: Im inneren der HDD befanden sich weniger Einzelteile als vermutet. Dafür fand ich zwei - für ihre größe relativ starke - Magnete, die zur Bewegung der Lese/Schreibköpfe verwendet wurden. Mich wundert, das sich auf den nur rund 3cm von den Magneten entfernten Platten überhaupt etwas (halbwegs) verlässlich abspeichern lies. Auch Elektronik fand sich, bis auf die schon in ungeöffnetem Zustand erkennbaren Platine auf der Unterseite, weniger als vermutet. Wahrscheinlich wird man als Kunde mal wieder nur an der Nase herumgeführt, wenn man denkt man kaufe mit einer HDD ein absolutes High-End-Hightech-Teil.

Jedenfalls ist meine Rache nun befriedigt, und das war schliesslich Ziel der Aktion, auch wenn die verlorengegangenen Daten trotzdem nicht mehr existent sind. Jetzt dafür auf jeden Fall entgültig.

P.S.: Hoffentlich ist meine naturwissenschaftlich orientierte Weltanschauung nicht völlig falsch, denn sonst laufe ich Gefahr im Jenseits auf meine HDD zu treffen oder mein Karma für immer versaut zu haben ;-)

genial

seinem Kampfgefährten oder Angstgegener so einen Abgang zu bereiten.
Wie schnöde ist dagegen doch einfachse Entsorgen....
Mewine wird demnächst ein Seebegräbnis bekommen, oder als Wurfgeschoss beim Festplattenweitwrurf eingesetzt

Gruß Robert Weißmantel
http://computermarkt.blogspot.com

Seebegräbnis

= Umweltverschmutzung, dass muss ja nun nicht gerade sein.

Buh

Heulsuse!
Das ist doch eine einmalige Aktion, ich finde es superamüsant.

Richtig

da stimme ich dir vollkommen zu das wäre mal etwas neues